Blog-Beitrag von Patrick Ries: Komplexität killt deinen Erfolg

Komplexität killt: Viele Unternehmen scheitern an der Komplexität 

Existenzgründungen, Start-ups und unternehmerische Angebote sollten einfach gestaltet sein 


Das Paradox der Expertise

Je tiefer wir in ein Thema eintauchen, desto mehr sehen wir die Zusammenhänge, die Feinheiten, die Details. Für uns macht es Sinn, all das auch im Produkt, im Angebot oder in der Kommunikation zu zeigen.

Aber genau hier liegt das Problem:
Kund:innen wollen keine Komplexität.
Sie wollen Klarheit. Orientierung. Eine einfache Lösung für ihr konkretes Problem.

Und das bedeutet:
Was für uns logisch erscheint, ist für andere oft verwirrend.


Die gefährliche Falle der Komplexität

Viele Start-ups und Unternehmen scheitern nicht an mangelnder Innovation – sondern an der Unfähigkeit, ihre Angebote einfach zu halten.

Warum?

  • Weil sie glauben, mehr Funktionen = mehr Wert.
  • Weil sie zu sehr in ihrer eigenen Fachwelt gefangen sind.
  • Weil sie denken, dass Komplexität Professionalität zeigt.

Die Realität sieht anders aus:
Komplexität verunsichert. Und Unsicherheit verhindert Kaufentscheidungen.


Was sagen die Zahlen?

🔎 Eine Auswahl spannender Studien und Statistiken:

  • 76 % der Konsument:innen brechen den Kaufprozess ab, wenn sie ein Produkt oder Angebot nicht sofort verstehen.
    (Quelle: Harvard Business Review)
  • 64 % geben an, dass „einfache Kommunikation“ ein entscheidender Vertrauensfaktor ist.
    (Quelle: Siegel+Gale, „The Global Brand Simplicity Index“)
  • 214 % – so viel besser performen Unternehmen mit einem klaren, einfachen Markenauftritt gegenüber dem Durchschnitt am Kapitalmarkt.
    (Quelle: Siegel+Gale)

Kurz gesagt: Wer verständlich kommuniziert, verkauft mehr und schafft Vertrauen.


Was bedeutet das konkret für dein Unternehmen?

Stell dir folgende Situation vor:
Ein potenzieller Kunde landet auf deiner Website. Er interessiert sich grundsätzlich für dein Produkt. Aber er versteht es nicht sofort.
Was passiert?

  • Er klickt weg.
  • Oder er stellt sich Fragen:
    – Ist das wirklich das Richtige für mich?
    – Warum wirkt das so kompliziert?
    – Verstehe ich das Produkt nicht – oder versteht der Anbieter mich nicht?

Fragen führen zu Zweifeln.
Und Zweifel führen selten zum Kauf.


3 konkrete Tipps: So machst du dein Produkt einfacher

1. Reduziere radikal.

Weniger ist mehr. Überlege: Was ist das eine zentrale Problem, das du löst? Streiche alles, was davon ablenkt. Konzentriere dich auf das Wesentliche – auf den klaren Nutzen.

👉 Praxis-Tipp: Beschreibe dein Angebot in einem einzigen Satz, den auch ein 12-Jähriger verstehen würde.


2. Kommuniziere klar und visuell.

Vermeide Fachjargon, interne Begriffe oder Buzzwords. Nutze stattdessen einfache Sprache, Metaphern oder Bilder. Visualisiere, wo möglich.

👉 Praxis-Tipp: Nutze Icons, Illustrationen oder kurze Erklärvideos statt langer Textwüsten.


3. Teste mit echten Menschen.

Frag Menschen, die nicht aus deiner Branche kommen, ob sie verstehen, was du anbietest. Ihre Rückmeldung ist oft ehrlicher – und wertvoller – als jedes UX-Tool.

👉 Praxis-Tipp: Mach den „Oma-Test“: Wenn deine Oma versteht, was du tust, bist du auf dem richtigen Weg.


Fazit: Einfachheit ist keine Schwäche – sie ist eine Superkraft.

Einfachheit ist kein Mangel an Tiefe, sondern ein Zeichen von Klarheit.
Sie ist nicht unprofessionell, sondern wirksam.
Sie bedeutet nicht weniger Wert – sondern mehr Fokus.

Die besten Produkte sind nicht die komplexesten – sondern die, die Menschen sofort verstehen, sofort nutzen und sofort lieben können.

👉 Deshalb: Make it simple.
Oder wie Steve Jobs es sagte:

„Simple can be harder than complex. You have to work hard to get your thinking clean to make it simple.“

PODCAST

auch auf folgenden Plattformen:

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner